Die hier wiedergegebenen Artikel waren ursprünglich für die

Freie Enzyklopädie Wikipedia vorgesehen. Nachdem sie noch während

 der Bearbeitung von einer anonymen Vandalenclique mehrfach

verstümmelt und verfälscht worden waren, schien es opportun,

 sie nach der vorläufig endgültigen Formulierung in die Homepage

 für Melusina einzufügen, um sie weiteren dümmlichen Übergriffen zu entziehen.

Nachtrag: die Inhalte der nachfolgenden Texte haben inzwischen

 zum kleineren Teil einen Platz in der Enzyklopädie „Wikipedia“ erhalten.

Die Philosophie von Wikipedia (siehe unten) ist ehrenwert, sie zieht aber leider nicht in Betracht, dass die Welt voll ideologisierter Ignoranten ist, die sich für Wissende halten.

 

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   Melusina – in derFrühgeschichte von Luxemburg

 

 

„Die Sage von der schönen Melusina, der Ahnfrau der Luxemburger Grafen“

Geschriebene Mythen reflektieren die Anfänge der Geschichtsschreibung. Sie führen zurück in die vorpatriarchale Zeit der noch nicht durch Jahreszahlen markierten Geschichte der Völker, die bis dahin mündlich überliefert wurde. Sie, die Sagen, entstanden im allgemeinen am Schnittpunkt des Übergangs von der vorpatriarchalen Geschichte der Völker zur patriarchalen Herrschaftsgesellschaft. In Europa deckt sich anscheinend dieser Übergang im wesentlichen mit der Missionierung durch die christlichen Religionswerber in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung. Damals gab es in Europa noch Restinseln der matriarchalen Göttinkultur. Sie verschwanden um diese Zeit infolge der Landnahme durch Klerus und Adel. Übrig blieben die Mythen, die in den unteren Volksschichten mündlich weiter tradiert wurden und, im Falle von Luxemburg, Ende des 19. Jahrhunderts gesammelt, aufgeschrieben und so vor dem Vergessen bewahrt wurden. Die Luxemburger Gründungsmythe findet sich im Original in der Sagensammlung "Sagenschatz des Luxemburger Landes" von Dr. Nic. Gredt, editiert im Jahre 1883 in Luxemburg.

 

Die Überlieferung der vorpatriarchalen Geschichte in Europa wurde durch die Einwirkung von Gewalt besonders auf Frauen, die Trägerinnen und Vermittlerinnen von Kultur bei den Urvölkern waren und noch sind, während der Inquisition im 16. – 17. Jahrhundert zerstört und riss damit weitgehend ab.

Die älteren Luxemburger tradieren jedoch noch heute Melusina als ihre Stamm-Mutter, wenngleich neuerdings die Tendenz vernehmbar wird, den adeligen Mittelmoselgermanen Siegfried als Gründer von Luxemburg zu etablieren. Das ist schlicht falsch. Melusina war die letzte hochrangige Frau aus dem Urvolk der nachmaligen Luxemburger mit einer Geschichte von mehr als 7000 Jahren (Archäologie), die in der Erinnerung der alten Luxemburger bis heute überlebt hat und die zudem durch die patriarchale Geschichtsschreibung indirekt mit Jahreszahlen belegt ist. Der Name von Luxemburg datiert aus jener Zeit, denn die erste Burg, die der Sage nach für Melusina gebaut wurde, hieß „Lucillinburhuc“, das bedeutet „kleine Burg“. 
Die erste Schlosskirche nahebei wurde in Gegenwart des 
1. Grafen Siegfried und seiner Gemahlin geweiht. Das war im Jahre 998, also 35 Jahre nach dem Beginn der Luxemburger Geschichtsschreibung ab 963, die wiederum durch die „Sage von der Schönen Melusina“, Gemahlin des Grafen Siegfried/Sigfrid, verankert ist.

Zur Person der Melusina bleibt noch zu ergänzen, dass sie der Sage nach sieben Kinder gebar. Sie müsste demnach eine eher normale Frau und nicht etwa ein Monster mit dem Unterleib eines Fisches* gewesen sein. Die Genealogie gibt hingegen gar elf Kinder für das 1. Luxemburger Grafenhaus an. Die Diskrepanz könnte dadurch zu erklären sein, dass die Sieben eine der wichtigen magischen Zahlen der Urkulturen war, die in zahlreichen Sagen und Märchen vorkommt und weltweit zu finden ist. Auch die Drei gehört zu diesen Zahlen.

Diese besonderen Fakten geben der Luxemburger Frühgeschichte einen eminenten Stellenwert in der europäischen Frühgeschichte, da sie die Bedeutung von Sagen für die Geschichte allgemein wie auch für die geschriebene Geschichte veranschaulichen.

 

Quellen: Die Sage, die Genealogie des ersten Luxemburger Grafenhauses, Matriarchatsforschung und lokale Gegebenheiten

 

*siehe dazu „Melusina, Melusine – die europäischen Melusinen und frühgeschichtliche Zusammenhänge einschließlich einiger Deutungen“

                                                                                 

        Melusina/Melusine

die europäischen Melusinen und frühgeschichtliche Zusammenhänge einschließlich einiger Deutungen

Die Beschäftigung mit den Melusinen-Sagen im Zusammenhang und mit dem Wissen aus der Matriarchatsforschung hat zu der Erkenntnis geführt, dass es sich bei dem Namen Melusina/Melusine mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um einen Eigennamen, sondern um eine Funktionsbezeichnung der Frauen handelt, die diesen Namen trugen. In der Genealogie des ersten Luxemburger Grafenhauses taucht dieser Name nicht auf. Die Genealogie des Grafenhauses gibt zwar an, dass aus der Verbindung elf Kinder hervorgingen, aber eine Mutter dieser Kinder gibt es offiziell nicht. Eine auf den ersten Blick unverständliche Kuriosität, die verständlich wird, wenn man davon ausgeht, dass die Gemahlin des ersten Luxemburger Grafen nicht aus dem patriarchalen Adel kam. Dennoch muss sie durchaus eine für den Ritter ebenbürtige Frau gewesen sein. Und hier kommt die Sage ins Spiel, deren zentrale Gestalt in allen bisher entdeckten Überlieferungen mit vergleichbaren Merkmalen ausgestattet ist. Alle Melusinen hatten etwas mit Wasser zu tun, vermutlich hatten sie eine wichtige kultische Funktion. Der Fisch und die Schlange (oder der Drache) waren sakrale Symbole der alten frauenzentrierten Kultur, die weltweit zu finden sind. Das erklärt auch die später unter religiös-christlichem Einfluss und Machtstreben erfolgte Diffamierung dieser alten Symbole als „schlecht“ oder „böse“.

 

Eine fast 2000 Jahre ältere Fischfrau (oder Wasserfrau) war die Mutter der legendären Königin Semiramis/Sammuramat*) von Assur, 9. Jh. vor unserer Zeitrechnung. Ihr Name war Derketo und sie wird teils als Göttin, teils als Priesterin bezeichnet. Sie war die Hüterin des heiligen Sees von Askalon.

 

*Zitat: „Der Name Sammuramat ist typisch aramäisch und bedeutet «Sammu [= eine Göttin] ist erhaben», wie es seit langem Albright vorschlägt und wie es nun von allen, zögernd, akzeptiert wird. Das bestätigt einerseits den fremden Ursprung von Semiramis, andererseits wird dadurch die Herkunft aus dem Siedlungsgebiet der Aramäer nahegelegt, und zwar aus dem Raum Syrien-Palästina. Von daher die Überzeugung, daß sie Syrerin war, wie es ganz allgemein die griechische Legendenüberlieferung suggeriert.“

Quelle: Giovanni Pettinato, „Semiramis – Herrin über Assur und Babylon“, dtv 1991.

In diesem Buch wird Semiramis als Gründerin von Trier angegeben. Angesichts der kulturhistorischen Zusammenhänge eine durchaus plausible und nachvollziehbare Angabe.

  


Frauen wie Semiramis, ihre Mutter Derketo, die Melusinen, sowie die Mutter der englischen Melusine mit Namen Pressine/Persine, verschwanden am Ende ihrer Lebenspräsenz alle auf sehr geheimnisvolle Weise aus der „Öffentlichkeit“. Eine mögliche Erklärung wäre, daß sie sich zurückbegaben in die jeweiligen Rückzugsbereiche ihrer eigenen Völker, die es bis zur Zeit der Luxemburger Melusina mit großer Sicherheit noch gegeben haben muss.

 

Die Schlangen- oder Drachen-Töter Georg (Niedersachsen, Angelsachsenland, Russland), Michael (Luxemburg, Bretagne) und Siegfried (Germanien) sind Symbole für die Auslöschung der frauen-zentrierten Urkulturen durch patriarchale Gewalt. Oft sind alte Kultplätze und Tumuli mit Schlangentöter-Kapellen oder auch Kirchen überbaut worden** (siehe dazu weiter unten). Tumuli enthalten im allgemeinen einen künstlich gebauten kultischen Hohlraum/Höhle zur würdigen Bestattung der Gebeine der Ahnen im Mutterbauch der Erde.

 

Der Schluss der Sage von der Schönen Melusina enthält eine Weissagung. Melusina kehrt alle sieben Jahre in menschlicher Gestalt auf die Oberwelt zurück und sucht nach Erlösung. Wird sie - es sind Bedingungen angegeben - mit der Zeit nicht erlöst, so droht der Stadt Luxemburg ein schlimmes Ende und die Trümmer der Stadt werden der "treuen Wächterin" zum Grabmal dienen. Ein Hinweis auf den kultischen Grabhügel, den Melusina nach ihren Verschwinden ganz sicher nicht bekommen konnte?

 

Auf dem Felsen der Melusina in Luxemburg steht eine dem **St Michel (Schlangentöter!) geweihte Kirche, in deren Seitenschiff eine (blau)weiße Madonna zur Andacht lädt. Eine Bronzeplakette weist auf die Einweihung der ersten Kirche von Luxemburg durch den Bischof Egbert von Trier hin, die noch im Beisein des 1. Grafen und seiner Gemahlin im Jahre 998 stattfand. Am Fuße des Felsens nahe dem Flüsschen Alzette, in der Kirche St Jean-Babtiste (Wasser!), befindet sich, ebenfalls in einer Seitenkapelle, eine bekannte Schwarze Madonna. Alle diese Besonderheiten weisen den Felsen und seine Umgebung für Kundige der Matriarchatsforschung als einen uralten heiligen Ort der vorpatriarchalen frauenzentrierten Kultur aus.

 

Der Luxemburger Sigfrid/Siegfried ist nicht identisch mit dem Drachentöter aus der Nibelungensage.

 

Zur Bezeichnung "Fee" in Sagen und Märchen: Es ist davon auszugehen, dass "Fee" von fe-min abgeleitet ist. Die "Fee" wäre damit die "Frau", eine besondere Frau freilich, aber keine esoterische Chimäre, eher vielleicht eine der zahlreichen "Lieben Frauen", die noch immer in Kirchen und Kathedralen wohnen, weil die Menschen nicht von ihnen lassen wollten. Insofern müssen auch die Melusinen als "Feen" gesehen werden. –

 

Zur „Erlösung“, die im christlichen Verständnis als Wunsch „sterben zu können“ fehlgedeutet wird:

„...Wenn die späteren Sagen so oft das Erlösungsmotiv aufnehmen, dann ist darin, anders als im christlichen Erlösungsdenken, die Aufforderung enthalten, den Schleier des Vergessens zu lüften und die durch Verschweigen, Verdrängen und Vergessen gebundenen Kräfte „loszulassen“, zu „erlösen“ und zu befreien – im Sinne der jüdischen Tradition, in der es heißt:   

Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung.“

 

Quelle:  Mythologische Landschaft Deutschland, Kapitel „Heilige Jungfrauen, Salige und Wilde Fräulein“ – Der Kult der Drei Bethen in Deutschland und den angrenzenden, deutschsprachigen Ländern. 
Hrsg: Heide Göttner-Abendroth,/Kurt Derungs, edition amalia Bern (CH), 1999.

 

Die drei bisher bekannten Melusinen sind:

Melusine von Albion,

 die wahrscheinlich älteste der bekannten Melusinen, = eine von drei Schwestern und Tochter der Pressine/Persine, die wiederum als Schwester der Fee Morgane auf der sagenhaften Insel Avalon genannt wird.

 

Mélusine de Lusignan

hat wahrscheinlich um dieselbe Zeit gelebt wie die Melusina von Luxemburg. Sie ist mittelbar nachgewiesen durch geschichtlichen Nachweis ihrer Söhne.

 

Melusina von Luxemburg

 mittelbar nachgewiesen durch die Geschichte von Luxemburg und ihrer und ihres Gemahls Nachkommen. Sie ist damit die interessanteste „Sagengestalt“ von den dreien, weil sie so gewissermaßen „geschichtlich“ wird.

 

(Gibt es irgendwo weitere „Sagengestalten“ namens „Melusina“?)

 

Die Definition von Sagenfiguren und Feen wird über kurz oder lang revidiert

 werden müssen, da die bisherige Form der Identifikation als esoterische

Hirngespinste und Kindermärchen mithilfe der Matriarchatsforschung als falsch und tendenziös gefärbt

 erkannt worden ist.

 

 

Quirinuskapelle,

 im Tal der Melusina inmitten von 
Luxemburg Stadt.

Christlich überbauter vorpatriarchaler Kultplatz mit einer Quelle unterhalb, die früher als Heilquelle bekannt war und genutzt wurde. Nahebei mündet der heute kanalisierte Petrussbach 
(luxemburgisch: "die Petruss") in die Alzette. 
(V-Mündung). 
Siehe dazu auch die Seite
HEXXENKESSEL  
(Kybele & Anmerkungen)

Bis zur Mitte des 20. Jh. waren der Platz und die Quelle Ziel von Pilgern besonders aus Lothringen, bevor sie sich in die Kathedrale zu
 "Unserer lieben Frau" begaben.

 

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Der Inhalt dieser Website wird fortlaufend ergänzt und angepasst. Er entstand unter anderem als Ergebnis der Recherche über die Gründungsmythe von Luxemburg während der fünfjährigen Vorbereitungen zum Ersten Weltkongress für Matriarchats-Forschung vom 5 - 7. September 2003 in Luxemburg. 

Arbeitstitel zum Kongress war:
"ReVision des Wissens - Vision der Zukunft", dieser wurde später geändert in "Gesellschaft in Balance"